Wissen für Halter
Warmes Wetter - Und was machen die Wellensittiche? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sven Wagner   
Samstag, den 03. Juli 2010 um 10:45 Uhr

Wir haben Temperaturen weit über 30°C und eine Luftfeuchtigkeit von etwa 70%(rel.) - ein traumhaftes Wetter zum Sonne tanken, Baden und Faulenzen. Das Wetter macht unseren Gefiederten Freunden aber auch arg zu schaffen; Wellensittichen ist es zu warm.

Wessen Wellensittiche nicht schon längst die sommerliche Mauser begonnen oder abgeschlossen haben, fangen allerspätestens jetzt damit an. Das heißt der Körper passt sich dem geringeren Energiebedarf auf mehrere Arten und Weisen an: Das Federkleid wird ausgedünnt um weniger Wärme zu halten und der Futterbedarf sinkt, weil der Körper weniger in Wärmeerzeugung stecken muss.

Doch genau wie wir Federlosen brauchen auch Wellensittiche eine gelegentliche Abkühlung. In diesen heißen Tagen ist nichts willkommener als ein kühles Bad.

Mein Tipp dazu: Eine möglichst große aber flache Schale verwenden. Ideal sind Deckel von Auflaufformen, zumal wenn sie gläsern sind. Kaltes Wasser einfüllen und ein paar Blätter Basilikum oder Eisbergsalat hineingeben und den Wellis in der Nähe ihres bevorzugten Sitzplatzes anbieten. Das Ergebnis sieht dann so aus:

 

Wer seinen Wellensittichen etwas gesundes anbieten will, stellt sie mitsamt Käfig an die frische Luft. Aber ganz wichtig: Nicht in die pralle Sonne ohne Schatten. All zu leicht kann es zu einem Hitzschlag kommen und davon erholen sich die kleinen Flieger nicht ohne weiteres. Auch Zugluft sollte man wie gewohnt vermeiden.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 03. Juli 2010 um 10:55 Uhr
 
Der Käfig und die Ausstattung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sven Wagner   
Dienstag, den 04. Mai 2010 um 08:12 Uhr

Für die Unterbringung der Wellensittiche braucht es nicht viel. Doch die Mindestanforderungen sollte man schon erfüllen:

  • Für das erste Paar muss der Käfig eine Grundfläche von 0,5qm haben. Damit verbieten sich die kleinsten Käfig von selbst. Ein Käfig von 60cm Breite ist die Untergrenze dessen, was man verantworten kann.

  • Für jedes weitere Paar erhöht sich die Grundfläche des Käfigs um weitere 0,25qm

  • Der Käfig darf nicht kreisrund sein. Solche Käfige sind allenfalls als Transportkäfig für kurze Strecken akzeptabel

  • Der Käfig sollte möglichst dunkel lackiert/beschichtet sein. Das Sehvermögen der Wellensittiche ist anders als unseres. Weiße Gitterstäbe nehmen sie als durchgehende weiße Flächen wahr und sehen dann nicht, was sich im Rest des Zimmers abspielt.

  • Sitzstangen sollten im Idealfall aus Naturästen bestehen. Geriffelte Holzstangen sind auch akzeptabel, sollten dann aber in unterschiedlichen Stärken angeboten werden. Glatte Holzstangen und Sitzstangen aus Kunststoff sind als Dauerlösung ungeeignet. Solche mit Sandpapierüberzug sind absolut tabu, hier kommt es recht schnell zu schwerwiegenden Verletzungen an den Füßen.

  • Die Gitter des Käfigs sollten überwiegend waagerechte Stangen haben. Das ermöglicht es den Kletterakrobaten, sich auszutoben. Senkrechte Stangen sind zum Klettern ungeeignet.

  • Spielzeug ist willkommen. Gitterbälle, kleine Glöckchen, Ringe zum Klettern - Wellensittiche nehmen fast alles gern an. Selbst so simple Dinge wie die Papphülse einer Klopapierrolle werden zum Abenteuerspielplatz. Achten Sie aber darauf, dass möglichst keine kleinen Ösen und ähnliches vorhanden sind, in dem sich ein Fuß eines Wellensittichs nur all zu schnell verfängt - schwerste bis tödliche Verletzungen können die Folge sein.

  • Spiegel und Plastikvögel haben im Wellensittichkäfig nichts verloren. Sie sind eine ernste Gefahr: Ein Männchen könnte das Spiegelbild oder den Plastikvogel für einen Artgenossen halten und füttern wollen. Dazu würgt er Futter hoch, was weder Spiegelbild noch Plastikvogel abnehmen können. Ergebnis: Der Wellensittich muss es selbst wieder schlucken - und würgt es erneut wieder hoch und so weiter. Das führt zu einer Kropfreizung, die sich sehr schnell zu einer Kropfentzündung auswächst. Und wenn so etwas nicht rechtzeitig erkannt wird und richtig behandelt wird, ist das für den Wellensittich tödlich.

 

Wenn Sie diese Punkte beim Kauf und der Ausstattung des Käfigs berücksichtigen, werden es Ihnen ihre Haustiere mit Agilität und Lebensfreude danken!

 
Vor dem Kauf PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sven Wagner   
Dienstag, den 04. Mai 2010 um 08:01 Uhr

Die Entscheidung für ein Haustier ist nicht leicht. Man will "das richtige Haustier" haben, man will Kontakt zum Haustier haben, es soll nicht so viel Geld kosten und es soll natürlich in die Familie passen. Ganz zu schweigen von gesundheitlichen Problemen, die man von vorneherein ausschließen will.

Hier eine kleine Checkliste, die vielleicht hilft, eine Entscheidung zu treffen:

 

  1. Wellensittiche sind sozialisierende Schwarmtiere. Die Einzelhaltung ist tierschutzwidrig und deshalb nicht erlaubt. Es müssen also mindestens zwei Tiere sein.

  2. Wellensittiche leben im Schnitt 6-7 Jahre, einzelne Exemplare werden aber deutlich über 10 Jahre alt - eine sehr langfristige Bindung also, die man damit eingeht.

  3. Wellensittiche sind Fluchttiere - können Sie damit leben, den Tieren gegebenenfalls nur aus einem gewissen Mindestabstand zuzusehen ohne dass die Tiere auf die Hand, den Arm oder den Kopf gehen?

  4. Wellensittiche machen ihr Geschäft wo es gerade passt. Es fällt Federstaub an und natürlich während der Mauser jede Menge Federn - sind Sie bereit, die Mehrarbeit in Kauf zu nehmen?

  5. Federstaub kann allergische Reaktionen hervorrufen. Sind Sie sicher, dass in ihrem Haushalt keine Probleme zu erwarten sind? Vielleicht können Sie um sicher zu gehen einen Test bei einem Allergologen oder Dermatologen machen lassen.

  6. Wellensittiche können krank werden und trotz vergleichsweiser geringer Gebühren kommen bei einer umfangreichen Untersuchung und Behandlung schnell an die 100,- Euro zusammen. Gibt Ihre Kasse das her?

  7. Wellensittiche sind pflegebedürftig - und das täglich. Natürlich kommt ein Paar weitgehend ohne menschliche Zuwendung aus, aber frisches Wasser und Futter muss trotzdem täglich sein. Bedenken Sie bitte, dass möglicherweise das Interesse verloren gehen kann - doch was soll dann mit den Tieren passieren?


All diese Punkte stellen für Sie kein Problem dar? Prima! Dann sind Sie ein hervorragender Halter und können sich getrost daran machen, den Einzug ihrer neuen gefiederten Mitbewohner zu planen.

 
Vorurteile PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sven Wagner   
Dienstag, den 04. Mai 2010 um 07:41 Uhr

Sie haben sich dazu entschlossen, sich einen Wellensittich anzuschaffen - Herzlichen Glückwunsch, Wellensittiche gehören zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland und schlagen zahlenmäßig locker Hunde und Katzen zusammen.

Doch halt! Sie wollen nur einen Wellensittich haben? Warum?

 

Vorurteile!

Sie haben gehört, dass Wellensittiche leichter zahm werden, wenn sie allein gehalten werden?
Das ist völliger Quatsch. Es geht sogar langsamer, als wenn Sie ein Paar anschaffen. Die Tiere bestärken sich gegenseitig in ihrer Neugier und ihrem Mut - und das nutzen Sie zur Zähmung aus. So oder so: Geduld ist dabei die oberste Pflicht. Drängen Sie die Tiere nicht, sonst wird das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört. Und eine wichtige Sache: Nicht jeder Wellensittich wird zahm, auch nicht als Einzeltier. Die Videos auf meiner Seite dürften eindrucksvoll belegen, dass die Annahme falsch ist, dass Einzeltiere schneller zahm werden.


Sie haben bei Bekannten gesehen und gehört, dass der Wellensittich spricht und das soll Ihrer natürlich auch, nicht wahr?
Wellensittiche sind, wie viele andere Papageienvögel auch, wahre Imitationskünstler. Eine Sprachbegabung im Sinne des Nachahmens bringt jeder Wellensittich mit, doch nur ein winziger Bruchteil der Wellensittiche imitiert auch tatsächlich die Menschen. Verstehen kann ein Wellensittich das, was er da imitiert, aber nicht.


Ich glaube aber, zwei Wellensittiche machen mehr Dreck und Arbeit?
OK, es fällt mehr Kot und Federstaub an. Aber der Arbeitsaufwand insgesamt bleibt absolut identisch, denn ob Sie nun alle Flächen sauberwischen, weil dort Federstaub von einem Wellensittich oder von Zweien liegt, ist egal.


Aber zwei Wellensittiche kosten in der Anschaffung und auch im Unterhalt mehr!
Ja, das ist korrekt. Im Vergleich zu den Anschaffungskosten für einen einzelnen Wellensittich, die bei rund 200,- Euro für das Tier, Spielzeug und vor allem den Käfig liegen, nimmt sich der Mehrpreis von 20-30 Euro als eher kleiner Posten aus. Beim Futter lässt sich das nicht wegdiskutieren - aber wer bei zwei Teelöffeln Futter am Tag ein Loch in seiner Haushaltskasse fürchtet, ist vielleicht nicht so gut als Halter geeignet.


OK, aber die Tierarztkosten sind wahrscheinlich höher, oder?
Das kommt auf die Sichtweise an. Natürlich erhöht sich bei zwei Wellensittichen die Wahrscheinlichkeit, dass mal einer davon zum Tierarzt muss. Schlagkräftiges Gegenargument: Ein einsamer, allein gehaltener Wellensittich wird sehr viel wahrscheinlicher durch psychische Faktoren erkranken, als das bei einem Paar auftreten wird. Zu den Tierarztkosten gibt es übrigens unter der Rubrik "Der Tierarzt" noch einige hilfreiche Informationen.


Und was ist mit dem Krach, den zwei Wellensittiche machen? Gibts da keine Probleme mit den Nachbarn oder dem Vermieter?
Zunächst mal: "Krach" ist Definitionssache. Der Witz ist aber: Zwei Wellensittiche machen weniger "Radau" als ein Einzeltier. Das Einzeltier wird immer nach Ihnen rufen, sobald Sie den Raum verlassen - das ist völlig normales Verhalten, denn schließlich sind es ja sozialisierende Schwarmtiere. Mit den Nachbarn kann es keinen Streit geben und ein Vermieter kann Ihnen die Haltung von Wellensittichen nicht verbieten, wenn Sie nicht gerade in Ihrer Wohnung eine groß angelegte Zucht aufbauen wollen.