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Wellensittiche machen Dreck. Es hilft nicht, sich die Sache schön zu reden: Es fällt mit jedem Wellensittich eine gewisse Menge Kot und Federstaub an. Während der Mauser - und die ist mindestens einmal im Jahr, häufig auch zweimal - kommen dann noch hunderte kleiner und großer Federn hinzu, die überall in der Wohnung zu finden sind.
Die Hygiene bei der Haltung von Wellensittichen ist nicht anspruchsvoller als bei anderen Haustieren auch. Man kann sich das Leben etwas erleichtern, wenn man ein paar Kleinigkeiten berücksichtigt.
Wellensittiche bevorzugen hochgelegene Sitzplätze. Bieten Sie solch einen Platz an. Die Kothäufchen - etwa alle 15-20 Minuten eines - fallen zumeist dort und man kann zum Beispiel alte Handtücher auslegen. Gegen die gelegentlich auch anderswo und im Flug fallengelassenen Kothäufchen kann man nur mit dem Lappen oder Staubsauger ankommen. Wenigstens sind die Ballen nach wenigen Minuten durchgetrocknet.
Halten Sie während der Mauser möglichst die Türen geschlossen, damit die Federn aufgesaugt werden können, bevor sie sich im gesamten Haus verteilen.
Halten Sie Wellensittiche nicht in der Küche. Es geht den Tieren wegen der Fettdünste beim Kochen und der Lebensgefahr beim Einsatz von Antihaft-Beschichtungen besser, wenn sie anderswo unterkommen. Aber auch andersherum wird ein Schuh draus. Niemand würde gerne Federn, Federstaub oder gar Kot in seinem Essen finden.
Als Einstreu eignet sich Vogelsand (zum Beispiel mit Grit) oder Buchenholzgranulat. Sand staubt zusätzlich und wird meist mit Anis versetzt. Nicht jeder mag diesen Geruch. Buchenholzgranulat ist geruchsbindend und nahezu staubfrei. Aber man muss dann zusätzlich Grit in einem Napf oder einer Schale anbieten. In der Handhabung hat "BHG" den Vorteil, dass es zudem leichter als Sand und außerdem kompostierbar ist. Die Einstreu sollte man regelmäßig wechseln, denn irgendwann riecht man den Urin im Vogelkot dann doch. Für Sand ist empfehlenswert, einmal wöchentlich komplett zu tauschen; bei "BHG" reicht hier ein Turnus von vierzehn Tagen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel und es hängt auch von der Anzahl der Vögel ab.
Der Käfig ist richtig leicht zu reinigen, wenn man unter die Einstreu einfach Zeitungspapier legt. So kann man beim Reinigen einfach mit einem Tuch kurz drüberwischen und ist fertig. Aber auch das Gitter muss natürlich von Zeit zu Zeit gesäubert werden. Ich bevorzuge die Methode mit der heißen Brause und etwas Spüli im Schwamm. Für Pingelige: Wenn man von ab und an Desinfektionssprays verwendet, darf man auf keinen Fall vergessen, die eingesprühten Flächen nach dem Abtrocknen des Desinfektionsmittels nochmals gründlich mit Klarwasser zu spülen. Die Gefahrenzeichen (schwarzes X auf orangem Grund) sind nicht grundlos auf den Sprayflaschen zu finden.
Sitzstangen, auch die, die während des Freifluges benutzt werden, kann man mit einer heißen Brause und einer Bürste reinigen. Für Echtholz verbietet sich hier übrigens jedes Desinfektionsmittel mit Ausnahme von stark verdünntem Vanodine V18 (1:100).
Im Krankheitsfall kann es notwendig werden, statt Einstreu nur Zeitungspapier zu verwenden. Mein Tipp: Benutzen Sie lieber Alufolie. Das ist für den untersuchenden Tierarzt hilfreich, weil die Alufolie weniger verfälscht als Papier, welches Feuchtigkeit aufsaugt und Toner abgibt.
Besorgen Sie sich einen kleinen Spachtel und eine Zahnbürste für die Kothäufchen, die unweigerlich an der Wand landen werden ;-)
Viele weitere Ideen werden Ihnen im Laufe der Zeit kommen. Und viele sind sehr individuell, denn die Gegebenheiten sind bei jedem anders.
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