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Wellensittiche ernähren sich überwiegend von halbreifen und reifen Samen verschiedener Gräser. Dazu zählen zahlreiche Hirsesorten wie etwa Platahirse, rote und gelbe Mannahirse (die wir als Kolbenhirse kennen), Silberhirse und so weiter. Daneben steht auf dem Speiseplan auch der Verzehr von Spitzsaat und Hafer.
Diese Saaten sind sogenannte Mehlsaaten, weil sie einen sehr geringen Fettanteil haben. Doch ohne Fett geht es auch nicht, deshalb gehören auf den Speiseplan auch sogenannte Ölsaaten wie Hanf, Kardi oder zum Teil auch Sonnenblumenkerne. Doch der Gesamtteil solcher Saaten ist sehr gering. Eine gute Zusammenstellung einer Futtermischung finden Sie in dem entsprechenden Artikel.
Vitamin D
Doch Körner sind nicht alles. Der Körper braucht einige Vitamine oder Vorstoffe dazu. Vieles wird über das normale Körnerfutter mitgeliefert. Doch gerade das so wichtige Vitamin-D fehlt hier. Wellensittiche generieren eine Vorstufe des Vitamins als Bestandteil des Sekrets in der Bürzeldrüse. Dieses wird bei der täglichen Gefiederpflege im gesamten Gefieder verteilt - und hier liegt das Problem. Die Vitamin-D Vorstufe wird erst unter Einwirkung von UVA-Strahlung zu Vitamin-D umgewandelt. Dieser Teil des Lichts wird aber durch Fensterscheiben gefiltert, so dass hier ein Mangel entstehen kann, den wir ausgleichen müssen. Leider kann man Vitamin-D sehr leicht überdosieren, also muss man hier sehr vorsichtig sein. Doch es ist denkbar einfach: Man kann ein preiswertes Mittel dem Futter zusetzen: Korvimin ZVT wurde genau dafür (und einige andere Dinge) entwickelt. Eine Messerspitze pro Tier alle vier Wochen über das Körnerfutter gestreut, und man hat eine Sorge weniger.
Andere Vitamine
Auch andere Vitamine könnten zu kurz kommen. Hier darf man als verantwortungsvoller Halter mit einfachen Mitteln eingreifen. Ein Stück Apfel, Rote Beete, Karotten (am Stück oder geraspelt), frische Salatgurke oder Eisbergsalat sind willkommene Abwechselung auf dem Speiseplan der Wellensittiche. Auch einige Küchenhelferlein wie Petersilie oder Basilikum und Rosmarin werden gern angenommen. Doch wie bei allem gilt auch hier: Die Menge machts. Wer alle zwei Wochen etwas Obst anbietet, kann nicht viel verkehrt machen.
Es geht aber noch deutlich gesünder: Keimfutter. Keimfutter ist das zum Austreiben gebrachte normale Körnerfutter. Dieses Futter liefert eine immense Menge Energie und Vitamine. Doch hier gilt besondere Vorsicht: Keimfutter verdirbt schnell und es bilden sich Pilze, die den Wellensittichen gefährlich werden können. Am besten gibt man auch frisches Keimfutter nur gelegentlich und entsorgt Reste zügig.
Übrigens: Keimfutter und allgemein reichhaltiges Futter regt den Bruttrieb massiv an - wer also keine Zuchtabsicht hat, sollte hier nochmal vorsichtiger sein.
Aminosäuren und Mineralstoffe
Für den Knochenbau sind Mineralstoffe und Aminosäuren schon recht wichtig - ohne das stützende Skelett geht nichts. Aber noch wichtiger sind die beiden Komponenten fürs Gefieder. Ohne Aminosäuren kann die Federneubildung nicht klappen - und das Ergebnis wäre dann, dass der Wellensittich nicht mehr fliegen kann - In freier Wildbahn ein Todesurteil.
Auch hier kommt vieles über das Futter. Doch zur Ergänzung sind Möglichkeiten der Kalkaufnahme unerlässlich. Dazu bietet sich der Griff zu entsalzten Sepiaschalen, Picksteinen und Vogelsand mit Mineralgrit und Muschelgrit an.
Aminosäuren sollte man wenn überhaupt nur während der Mauser ergänzend geben. Ich empfehle dabei, Volamin ins Trinkwasser zu geben. Ihr vogelkundiger Tierarzt wird Sie gerne dazu beraten. Und nur dort bekommen Sie auch Volamin zu kaufen.
Grit
Grit ist unerlässlich für jeden Wellensittich. Grit - das sind kleine Steinchen, Stückchen von Muschelschalen und Sand. Doch warum braucht ein Wellensittich Grit? Wellensittiche haben kein Gebiss um Nahrung vor dem Schlucken zu zerkleinern. Die Körner werden entspelzt und geschluckt - doch die harten Körner sind von der Magensäure allein nicht zu knacken. Ein weiterer Unterschied der Wellensittiche: Sie haben einen Muskelmagen, der sich rhythmisch zusammenzieht. Die Körner werden so aneinander und an dem Grit zerrieben - und dadurch wird es dem Wellensittich möglich, die Energie aus den Körner zu ziehen.
Bleibt die Frage: Lieber Muschelgrit? Mineralgrit? Oder beides? Und als extra Napf oder im Vogelsand? Mein Tipp: Ein Mischgrit aus Muschelgrit und Mineralgrit ist die bessere Wahl. Ob es lieber Vogelsand als Einstreu sein soll, oder ob Grit im extra Napf angeboten werden soll, ist dann Geschmacksfrage - und eine Frage der Hygiene. |